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This article on the Swiss news paper Tagesanzeiger is from 2. September 2009.

Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Tool zu programmieren?

Seit ich mich für Computer interessiere, das war mit 19, hat mich die Sicherheit am meisten fasziniert. Ich wollte verstehen,
wie es möglich ist, die Schutzmechanismen der Computer auszuhebeln und zu umgehen. Ein Trojaner ist ein
Werkzeug, womit dieses Ziel erreicht werden kann. Etwa um 2002 fing ich an mich durch Dokumente zu lesen, welche dieses
Thema genauer erläuterte und parallel zum Lesen erstellte ich einen simplen Porototypen. Nach einigen Verbesserungen
und dem plötzlichen Interesse der Behörden am Produkt dieser nächtlichen Aktivitäten wurde aus diesem privaten Projekt ein
professionelles. Der nächste Schritt war, die Skype-Überwachung zu implementieren.

Weshalb machen Sie den Code publik?

Die Rechte an dieser Software wurden an mich abgetreten und ich habe nun sämtliche Freiheiten.
Dieser Skype-Trojaner macht nichts anders oder besser als es die anderen Muster-Trojaner auf meiner Seite
auch machen. Ausser : er schneidet Skype-Gespräche mit und lädt sie zu einem zentralen Server, der Dropzone, hoch.
Ich habe den Trojaner unter die anderen beiden eingereiht und den Code am 25. August veröffentlicht.
Es geht mir haupsächlich um den Lerneffekt. Man soll den Code einsehen können, verstehen, Mängel und
Unschönheiten erkennen und dies mitteilen und den Code auch erweitern.
Einen anderen Zweck hat der SkypeTrojaner auch nicht mehr. Warum also nicht die Öffentlichkeit die Sourcen einsehen lassen.

Ist die Veröffentlichtung des Quellcodes nicht eine Einladung für kriminelle Hacker, diesen für ihre Zwecke zu missbrauchen?

Kriminell gesinnte können jeden Code zu unsinnigen Zwecken missbrauchen. Es bedarf meiner Meinung nach nicht eines Trojan Federal,
um die Gefährdung noch grösser zu machen. Die Gegenseite verfügt über das selbe einschlägige Wissen der Gutgesinnten. Ihre Möglichkeiten
werden durch diese Veröffentlichung nicht erweitert. Vielleicht werden die Möglichkeiten bei einigen ergänzt, aber dass die Situation bedrohlicher wird,
davon gehe ich nicht aus.
Wer aber am meisten davon profitiert ist die Öffentlichkeit selbst. Man wusste aufgrund Medienmitteilungen, dass es so etwas wie einen Trojan Federal gibt
und dass dieser, gemäss einem Bericht von 10vor10, auch in der Schweiz bereits zum Einsatz kam. Die Behörden hüteten dieses Geheimnis so gut es ging und
selten drang etwas über diese neue Wunderwaffe an die Öffentlichkeit. Man kann nun einsehen, wie dieses Schnüffelwerkzeug aussieht und sich von dessen Wirkung überzeugen.
Ich finde es die angenehmere Variante zu wissen, dass es dieses Unding tatsächlich existiert und wie es aussieht, als immer davon ausgehen zu müssen, dass einem jemand
über die Schulter schaut.

Kann man Skype schon heute abhören?

Skype war seit Anfang an eine Knacknuss und man hat krampfhaft versucht, Schwächen ausfindig zu machen. Was schlussendlich auch gelang.
Skype bietet mindestens zwei Angriffspunkte, welche man nutzen kann, um es abzuhören.
Es kursieren auch Gerüchte, dass Skype selbst Abhörschnittstellen eingebaut habe um auch in Ländern Fuss zu fassen, wo Zensur und
Überwachung zum Alltag gehören. Aber das sind nur Gerüchte. Man kanns nicht beweisen und es ist nichts durchgesickert.

Ihr Hintergrund: Sind Sie Programmierer? Alter?

Ich bin Software-Entwickler, 33, wohnhaft in Sargans und zur Zeit vertraglich keiner Firma gegenüber zur Arbeit verpflichtet.

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